Zweite Reise nach Guatemala
Wiedereinmal konnte ich es nicht aushalten und flog nach Guatemala!
Diesmal fuhr ich von Texas aus durch Mexiko, wo sich mir in Oaxaca zwei sehr nette Einheimische anschlossen, die selbst auf dem Weg nach Äquador waren. Sie zeigten und erklärten mir viel über ihre Heimat, deuteten die innenpolitischen Probleme an, und wiesen mich in die Kunst des Schnorcheltauchens ein. Endlich in Guatemala angekommen verabschiedete ich mich wehmütig von ihnen. Aber zum Glück gibt's ja Facebook, insofern war es nicht so schlimm. Sie schlugen sogar vor, mich auf ihrer Heimreise in zwei Wochen wieder mit zu nehmen. Das musste ich jedoch freundlich ablehnen, da mir die Vorstellung, meinen Urlaub einem Zeitplan zu unterwerfen, nicht zusagte.
Mein erstes Ziel war die Stadt Flores. Ein kleines Inselstädchen mitten in einem See. Von aussen betrachtet erinnert die Stadt an alte Mayamonopolen, die genauso wie hier direkt in einen See gemaut wurden um besser zu verteidigen zu sein. Um den See herum sammelten sich kleine rote Häusschen, sodass es von oben wie ein Auge ausgesehen haben muss. In der Stadt selber gibt es zwei größere Attraktionen; den Parque Central und "die weißgetünchte Kirche". Beide sind wunderbare Orte zum Entspannen und Seeluft genießen, da man eigentlich immer eine schöne Briese verspürt.
Dann machte ich mich auf die lange Reise nach Cobán. Da ich den ersten Teil des Weges zu Fuß gehen wollte, zog ich meine Timberland Boots an, und maschierte los. Die Waldregionen von Guatemala sind wirklich einzigartig. Ein so uriges und dennoch sicheres Gefühl hatte ich noch an kaum einen anderen Ort in Mittel- und Südamerika. Hier und da fließt ein kristallklares Bächlein, Vögel zwitschern pausenlos, und überall wachsen farbenfrohe Blüten- und Früchte. Den restlichen Weg ließ ich mich dann von einem Truck mitnehmen, und fuhr schließlich die größte Strecke mit einem Zug.
Cobán selbst ist schon wieder wesentlich bürgerlicher und größer als Flores. Hier gibt es klar geteilte Gebiete zwischen Arm und Reich, die Straßenränder sind mit Palmen bestückt und es existiert eine große Feierkultur. Das Hotel, in dem ich, übernachtete war sozusagen aller erste Sahne Man bemühte sich ausnehmend, meinen Aufenthalt dort zu etwas Besonderem zu machen, was ich im Nachhinein nur bestätigen kann. Südlich von Corbán erwartete mich ein optischer Augenschmaus: Es handelt sich dabei um das Quetzal-Biotop "Mario Dary Rivera" und die Wasserfälle von Chilascó, die in nahezu jeder Sekunde eine zarte Briese warmen Wassers auf meine Haut fallen ließ. Hier harrte ich einige Stunden aus, ohne den Wunsch zu verspüren, weiter zu marschieren.
Drei Tage später reißte ich nach Guatemala-City, einer architektonisch wunderbaren Stadt, die mir viel zu entdecken bot. Also zog ich meine Sneakers an und machte mich auf den Weg, die Gebäude und Locations zu erkunden. Zum Beispiel besuchte ich den Präsidentensitz Palacio Nacional, der wohl am ehesten mit den Schlössern der alten Conquestadorin vergleichbar war. Außerdem sehr beeindruckend war die alte Postzentrale, die sich wie eine Brücke über eine Kleine Straße legte.
Außerdem gab es in Guatemala-City viele interessante Museen. So zum Beispiel das Museo Nacional de Arte Moderno "Carlos Mérida" in welchem ich viele, viele Stunden zubrachte. Denn nicht nur Bilder, oder Skulpturen aus allen Epochen wurden hier ausgestellt, sondern es wurde glücklicherweise auch ein Film vorgeführt. Zwar ein sehr alter Stummfilm, aber für mich als alten Cineasten immer noch sehr genießbar.
Die Rückreise fiel mir natürlich sehr schwer, obwohl ich mich auch auf Zuhause freute. Trotzdem wird mir Guatemala, wie immer, als eines der schönsten, und erlebenswertesten Länder der Welt in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der Natur, sondern auch wegen den wunderschönen Stadten, in denen man das Gefühl hat, in einer anderen Zeit aufzuwachen.
Menu
- Ein Dokumentarfilm, der den Zuschauer fordert
- Hintergründe zum Film
- Vom Massaker bis zum Film
- Eine traurige Geschichte - die Politik des Landes
- Guatemala - ein Land im Mittelpunkt
- Meine Reise
- Zweite Reise nach Guatemala
- Auf halbem Weg zum Himmel - Was der Film macht
- "Auf halben Weg zum Himmel" - mehr als nur Kino